Eine Klientin sagte neulich einen Satz, der mich nicht mehr losgelassen hat.
„Ich fühle mich oft wie ein Maikäfer, der auf dem Rücken liegt und strampelt.“
Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr gefiel mir dieses Bild.
Nicht nur, weil es sich manchmal tatsächlich genau so anfühlt.
Sondern weil es mich an etwas erinnert hat, das wir alle hin und wieder tun:
Wir warten.
Wir warten darauf, dass andere sich anders verhalten.
Wir warten darauf, dass jemand versteht, was wir brauchen.
Wir warten darauf, dass jemand uns die Sicherheit, Aufmerksamkeit, Bestätigung oder Liebe gibt, nach der wir uns sehnen.
Und wenn das nicht passiert, dann finden wir oft sehr gute Gründe dafür, warum es uns nicht gut geht.
Die Schuld liegt dann bei den Umständen.
Bei der Kindheit.
Beim Partner.
Bei den Kollegen.
Bei der Familie.
Und bevor du mich missverstehst: Natürlich haben all diese Dinge einen Einfluss auf uns.
Die spannendere Frage ist nur:
Ab welchem Punkt wird das Festhalten daran teurer als das Übernehmen von Verantwortung?
Ab welchem Punkt ruhen wir uns auf der Unfähigkeit anderer Menschen aus, statt zu überlegen, was wir selbst tun könnten?
Keine leichte Frage.
Und ehrlich gesagt eine, die mich selbst immer wieder beschäftigt.
Denn Eigenverantwortung klingt oft viel romantischer, als sie sich anfühlt.
In meinem neuen Video spreche ich darüber, warum mich ein Maikäfer plötzlich so sehr zum Nachdenken gebracht hat – und weshalb die entscheidende Frage vielleicht nicht lautet:
„Warum hilft mir niemand?“
Sondern:
„Und was mache ich jetzt?“
Hier geht’s direkt zu meinem neuen Video.
