Wie schwer es uns fällt, außerhalb von schwarz und weiß zu denken.
Es ist schon erstaunlich. Wir als Menschen sind so hoch entwickelt und leben in einer so komplexen und modernen Welt und doch – auf der anderen Seite fällt es uns massiv schwer, mal über den Tellerrand zu schauen. Es fällt uns schwer, den Grau-Bereich zwischen dem Schwarz und Weiß zu sehen.
Das doofe daran?
Damit verbauen wir uns so viele weitere Möglichkeiten!
In meiner Praxis werde ich sooo oft mit Beziehungsthemen konfrontiert und in den meisten Fällen geht es um eine große Entscheidung zwischen zwei Extremen: Bleiben oder Gehen.
Was mich daran erstaunt? Was ist mit den ganzen Zwischenpfaden?
Ich verstehe schon. Unser Gehirn ist sau komplex, aber auch stinkend faul und möchte, wo es nur geht, Ressourcen sparen – das kenne auch ich und wende es regelmäßig an #netflixandchill 😊
Nur verschließen wir uns nicht nur den zusätzlichen Möglichkeiten – wir machen uns damit unser Leben unnötig schwer!
Wenn ich permanent das Gefühl habe, mich zwischen zwei Extremen entscheiden zu müssen, geht das einher mit jeweils zwei extremen Verlusten.
Ja, JEDE Entscheidung für etwas bedeutet auch immer eine Entscheidung gegen etwas und das heißt – Verlust! Egal, wie ich mich entscheide.
Nur geht es auch in diesem Beispiel Beziehungen häufig viel weniger darum, jetzt einen radikalen großen Schritt zu tun. Es startet mit deiner inneren Haltung!
Sehe das Thema – konfrontier‘ dich, mit dem, was vor dir liegt!
Und du wirst es vielleicht schon ahnen: Akzeptiere!
Nein – du sollst es nicht stillschweigend hinnehmen, du sollst dir nicht einreden, dass es doch alles nicht so schlimm ist, du sollst dir nicht eine andere Brille aufsetzen und ab jetzt nur noch das positive sehen.
Du sollst aktiv akzeptieren! Akzeptiere, dass die Situation gerade ist, wie sie ist. Akzeptiere, dass dein Gegenüber ist, wie er ist. Akzeptiere, dass die Person handelt, reagiert und fühlt, wie sie das eben tut. Darauf hast du keinen Einfluss und du verschwendest Unmengen von Enger gier und Zeit, wenn du glaubst, daran irgendetwas ändern zu können. #druckerzeugtgegendruck
Akzeptiere!
Aber was bedeutet hier dieses AKTIV? Aktiv akzeptieren…
Das ist genau der nächste Schritt – deine Verantwortung. Wenn du angekommen bist im hier und jetzt, wenn du begriffen hast, dass die Dinge jetzt so sind wie sie nun einmal sind, wenn du siehst, was gerade vor dir liegt – dann ist die Frage:
Was bedeutet das jetzt für dich?
In diesem Moment?
Nicht für die nächsten Jahre und unter anderen Umständen. Nein!
JETZT!
Was bedeutet das jetzt für dich?
Und hier entsteht eine Haltung: Macht dich das unzufrieden? Spürst du einen Fluchtimpuls? Spürst du, wie es dir deine Energie raubt? Nimmst du ein Unwohlsein wahr?
Das ist dein Schritt. Der eigentliche Schritt!
Denn hier bist du endlich ehrlich – mit dir und zu dir selbst.
Du schaust nicht nach außen, du wartest nicht auf Veränderung, du suchst nicht nach Lösungen und beschuldigst auf dem Weg dein Gegenüber.
DU bist bei DIR und du siehst ehrlich und aufrichtig hin – hier entsteht deine innere Haltung, hier bist du in deiner Eigenverantwortung und von hier aus – nur von hier aus – sind weitere Schritte möglich.
Manchmal sind es auch nur ganz kleine, kaum sichtbare. Doch du kannst sie spüren – du kannst sie fühlen und wenn du magst – kannst du sie verkörpern.
Verstehe, die Frage ist nicht – gehen oder bleiben. Es ist deine innere Haltung, die Klarheit braucht. Es ist dein Inneres, was durch aktive Akzeptanz ankommen darf. Und nur dann ist der nächste kleine Schritt möglich – ganz automatisch.
Und vielleicht in Summe auch hier mit kleineren Verlusten, allerdings mit einem riesigen Gewinn:
Selbsttreue! Selbstkongruenz! Self-Alignment!
Deine Sandra